Ende-zu-Ende-Verschlüsselung für Dateitransfers

Dateien, Dateinamen und Begleittext im Browser verschlüsseln. Der Server speichert nur Chiffrat und kennt weder Schlüssel noch Passwort.

Mit Ende-zu-Ende-Verschlüsselung verlässt keine Datei den Browser des Absenders im Klartext. Verschlüsselt wird vor dem Hochladen, entschlüsselt erst im Browser des Empfängers. Der Server speichert Chiffrat und kann es nicht lesen.

Was verschlüsselt wird

  • Der Inhalt jeder Datei.
  • Der Dateiname und der Dateityp.
  • Der Begleittext an die Empfänger.

Lesbar bleiben der Betreff, die Empfängeradressen, die Größe, die Dateiendung und die Zeitpunkte. Die Dateiendung bleibt lesbar, damit die Dateitypregeln des Mandanten weiter gelten.

Freischalten

Ein Administrator schaltet die Schutzart unter SecureFiles, Schutz mit Ende-zu-Ende-Verschlüsselung erlauben frei. Danach erscheint im Versandformular der Schalter Ende-zu-Ende verschlüsseln.

Die Regel kann die Verschlüsselung je Art vorschreiben: für den Versand an Empfänger, den öffentlichen Download-Link, den sicheren Posteingang und Pools. Öffentliche Links und Pools übernehmen die Vorgabe für den Versand an Empfänger, solange sie nichts anderes setzen. Eine Regel, die Ende-zu-Ende vorschreibt, schließt Wasserzeichen und Nur-Ansicht aus.

Versenden

Der Weg des Schlüssels zum Empfänger hängt von der Freigabeart ab.

  • An Empfänger senden: Ein Passwort ist Pflicht, mindestens zwölf Zeichen, und muss die Passwortrichtlinie des Mandanten erfüllen. Aus dem Passwort entsteht der Schlüssel. Das Passwort auf einem separaten Weg mitteilen. Der Server erfährt es nicht und kann es nicht per Mail zustellen.

  • Öffentlicher Download-Link: Ohne Passwort steht der Schlüssel im Link, hinter dem Zeichen #. Diesen Teil überträgt kein Browser an einen Server. Der Link wird nach dem Anlegen einmal angezeigt und nicht gespeichert. Mit Passwort gilt dasselbe wie beim Versand an Empfänger.

  • Pool: Jedes Mitglied braucht einen eigenen Schlüssel. Gäste richten ihren Schlüssel beim ersten Öffnen ein und werden von einem Verwalter freigegeben, siehe Gäste in Pools.

Ein verlorenes Passwort oder ein verlorener Link lässt sich nicht wiederherstellen. Die Dateien sind dann nicht mehr lesbar.

Empfangen

Der Empfänger öffnet den Link und gibt das Passwort ein. Ein Konto oder eine Einrichtung braucht er nicht. Der Browser prüft jede Datei beim Entschlüsseln. Ist eine Datei beschädigt oder verändert, bricht der Download ab und es entsteht keine Datei.

In Chrome und Edge wird die Datei beim Entschlüsseln direkt auf den Datenträger geschrieben. In Firefox und Safari liegt sie dabei im Arbeitsspeicher, dort sind Dateien bis 2 GB möglich.

Was bei dieser Schutzart entfällt

Der Server sieht die Dateien nicht, deshalb kann er nichts mit ihnen tun.

  • Keine Prüfung auf Schadsoftware. Die Empfängerseite weist darauf hin.
  • Keine Komprimierung, kein Wasserzeichen und keine Nur-Ansicht.
  • Kein Versand aus SharePoint oder OneDrive.
  • Eine Rückantwort des Empfängers ist nur möglich, wenn der Absender einen eigenen Schlüssel hat.
  • Kein automatischer Passwortversand und kein gemerktes Gerät für Wiederempfänger.
  • Ohne eigenen Schlüssel kann der Absender die Dateien in der Ansicht der Übertragung nicht herunterladen und sieht dort Platzhalternamen. Mit einem eigenen Schlüssel öffnet er sie dort selbst.

Verfahren

  • Dateiinhalt: AES-256-GCM in Sätzen zu 1 MiB. Jeder Satz trägt seine eigene Prüfsumme, die Satznummer und eine Schlussmarke. Verfälschte, vertauschte oder abgeschnittene Dateien fallen dadurch auf.
  • Schlüssel: Ein zufälliger Übertragungsschlüssel mit 256 Bit entsteht im Browser. Daraus werden je Datei eigene Schlüssel mit HKDF-SHA-256 abgeleitet.
  • Passwort: PBKDF2-HMAC-SHA-256 mit 600.000 Durchläufen. Aus dem Ergebnis entstehen zwei getrennte Werte. Einer weist den Empfänger beim Server aus, der andere öffnet den Übertragungsschlüssel und verlässt den Browser nicht.

Wie Empfänger sonst abgesichert werden, beschreibt die Empfänger-Authentifizierung. Den gewöhnlichen Versand beschreibt Dateien versenden. Zurück zur SecureFiles-Übersicht.