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Exchange 2016 und 2019: Support-Ende, ESU und der Weg zu Exchange SE

Der Support für Exchange 2016 und 2019 ist beendet, die letzten Sicherheitsupdates laufen im Oktober 2026 aus. Termine, Upgrade-Wege, Lizenz und was die E-Mail-Sicherheit jetzt braucht.

4 minExchange

Wer Exchange im eigenen Haus betreibt, hat 2026 einen festen Termin im Kalender. Exchange Server 2016 und 2019 haben seit dem 14. Oktober 2025 keinen regulären Support mehr. Die letzte Gnadenfrist über kostenpflichtige Sicherheitsupdates endet am 31. Oktober 2026. Danach bleibt eine Schwachstelle offen, sobald sie bekannt wird.

Die Termine

  • 14. Oktober 2025: Ende des Supports für Exchange 2016 und Exchange 2019.
  • Oktober 2025 bis April 2026: erste Phase der erweiterten Sicherheitsupdates.
  • Mai 2026 bis 31. Oktober 2026: zweite und letzte Phase. Wer sie nutzt, musste sie neu erwerben, auch wenn die erste Phase bereits bezahlt war.

Die erweiterten Updates enthalten ausschließlich Sicherheitsupdates der Stufen kritisch und wichtig. Neue Funktionen, Fehlerbehebungen und Unterstützung für neue Clients gibt es darüber nicht. Microsoft hat erklärt, dass es keine dritte Phase geben wird.

Der Weg zu Exchange SE

Exchange Server Subscription Edition ist seit Juli 2025 verfügbar und die einzige Fassung für den eigenen Betrieb, die weiter gepflegt wird.

Von Exchange 2019. Mit CU14 oder CU15 geht das Upgrade an Ort und Stelle. Die erste Fassung von Exchange SE entspricht im Code Exchange 2019 CU15, nur Lizenztext und Versionsnummer unterscheiden sich. Das Risiko ist entsprechend gering.

Von Exchange 2016. Ein Upgrade an Ort und Stelle gibt es nicht. Neue Server mit Exchange SE oder Exchange 2019 CU15 kommen in die Organisation, die Postfächer ziehen um, danach werden die alten Server entfernt. Das ist ein Projekt mit Planung, keine Wartung am Wochenende.

Lizenz. Exchange SE ist ein Abonnementmodell. Server und Zugriffslizenzen brauchen aktive Software Assurance oder werden als Abonnement bezogen. Wer Exchange 2019 ohne Software Assurance gekauft hat, kann sie nicht nachträglich anhängen, um berechtigt zu werden. Die Einzelheiten klärt der Lizenzpartner.

Was das für die E-Mail-Sicherheit bedeutet

Der Mailweg selbst ändert sich nicht. Ein Sendeconnector zum Gateway und der MX bleiben, wie sie sind. Drei Stellen verdienen trotzdem einen Blick, bevor das Upgrade läuft.

Zusatzsoftware im Transportdienst

Viele lokale Produkte für Signaturen und Regeln hängen als Transport-Agent im Exchange. Genau diese Produktgruppe schrumpft. Exclaimer hat Signature Manager Exchange Edition abgekündigt, der Support endete am 30. September 2024. CodeTwo führt Exchange Rules Pro als eingestellt, das Programm war für Exchange 2016 und 2019 ausgelegt. Wer solche Software betreibt, sollte vor dem Upgrade klären, ob es für Exchange SE eine gepflegte Fassung gibt.

Wie ein Transport-Agent arbeitet und wo die Risiken liegen, beschreibt der Beitrag zum Exchange Transport Agent.

Outlook und Add-ins

Das neue Outlook für Windows unterstützt Postfächer auf dem eigenen Exchange nicht. Wer im Haus bleibt, plant mit Outlook Classic und Outlook im Web.

Für Add-ins gilt eine zweite Grenze: Exchange Server SE nimmt Manifeste nur bis zur API-Fassung 1.5 an, und die Anmeldung über Entra ID gibt es ohne Microsoft 365 nicht. Viele Add-ins aus dem Microsoft-Store scheitern daran. Welche Wege bleiben, zeigt der Beitrag Outlook-Add-ins im Exchange Server SE bereitstellen.

Interne Post

Nachrichten zwischen zwei Postfächern desselben Servers erreichen kein Gateway. Das war unter Exchange 2019 so und bleibt unter Exchange SE so. Wer interne Post verschlüsseln muss, findet die Hintergründe unter Warum interne E-Mails in Exchange kein Gateway sehen.

Checkliste vor dem Upgrade

  1. Stand prüfen: welche Server, welche CU, welche Rollen.
  2. Lizenz klären: Software Assurance oder Abonnement für Server und Zugriffslizenzen.
  3. Zusatzsoftware im Transportdienst auflisten, mit Get-TransportAgent, und je Produkt die Unterstützung für Exchange SE bestätigen lassen.
  4. Outlook-Clients inventarisieren. Das neue Outlook ist für Postfächer im Haus keine Option.
  5. Add-ins prüfen, die heute eine Anmeldung über Microsoft voraussetzen.
  6. Den Mailweg dokumentieren: Sendeconnectoren, Smarthosts, Empfangsconnectoren, MX.

Exchange SE mit Conbool

Conbool arbeitet mit Exchange Server SE ohne Microsoft 365: Filter und Verschlüsselung am Gateway, Signaturen mit Feldern aus dem lokalen Active Directory, ein Transport-Agent für interne Post und fünf Outlook-Add-ins mit eigenem Manifest für Exchange Server. Wahlweise aus der Cloud oder im eigenen Rechenzentrum. Den Überblick gibt die Seite Exchange on premise absichern, die technische Anbindung steht in der Doku zu Exchange on-premises.

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